Wer professionell hartlötet, braucht den Nachweis. Hier finden Sie alles zur Prüfung nach ISO 13585: Anforderungen, Geltungsbereiche und Prüfstellen in Deutschland.
Wer sicherheitsrelevante Lötverbindungen herstellt, braucht den Nachweis seiner Qualifikation. Die Löterprüfung nach DIN EN ISO 13585 ist der international anerkannte Standard für die Qualifizierung von Lötpersonal im Hartlöten. Sie gilt in der Kälte- und Klimatechnik, im Anlagenbau, in der Medizintechnik sowie überall dort, wo Lötverbindungen dauerhaft funktionssicher und normkonform sein müssen.
Die Norm legt fest, welche Parameter eine Prüfbescheinigung abdeckt: Lötprozess, Grundwerkstoff, Lötzusatz, Produktform, Wanddicke und Lötposition. Jede Kombination ergibt einen klar definierten Geltungsbereich – also die Grenzen, innerhalb derer der geprüfte Löter ohne weitere Qualifizierung tätig sein darf. Wer diese Grenzen kennt, kann gezielt die richtigen Prüfungen planen und unnötige Wiederholungsprüfungen vermeiden.
Die DIN EN ISO 13585 gilt für alle, die sicherheitsrelevante Lötverbindungen herstellen – in der Industrie ebenso wie im Handwerk.
Der Geltungsbereich einer Löter-Prüfbescheinigung wird durch zehn Parameter definiert. Jeder Parameter hat einen klar festgelegten Geltungsbereich.
Flamme (912), Induktion (916), Ofen (921), Vakuum (922) u. a. – für jeden Prozess separate Prüfung.
Rohr (T) oder Blech (P) – bestimmt welche Produktformen der Prüfschein abdeckt.
Überlappstoß (LJ), Stumpfstoß (BJ) oder T-Stoß (TJ) – gilt 1:1 für den Geltungsbereich.
7 Gruppen: Stahl, nichtrostender Stahl, Aluminium, Kupfer, Nickel, Titan, Zirkon.
Silber-, Kupfer-Phosphor-, Aluminium-, Kupfer-, Nickel-, Palladium- oder Goldlote (ISO 17672).
Zugeführt (FF), appliziert (PP) oder als Blech/Folie (P).
Geltungsbereich: bis zum Doppelten der Prüfstückdicke (≤ 2 × t).
Geltungsbereich: bis zum Durchmesser des Prüfstücks (≤ D).
Geltungsbereich: bis zum 1,25-fachen der Prüfstück-Überlapplänge (≤ 1,25 × L).
Steigposition (VU) deckt alle Positionen ab. VD und H haben eingeschränkten Geltungsbereich.
Die Löterprüfbescheinigung nach ISO 13585 ist fünf Jahre gültig – vorausgesetzt, die Löttätigkeit wird regelmäßig und nachweislich ausgeübt. Der Arbeitgeber muss die kontinuierliche Praxis bestätigen. Wird die Tätigkeit länger als sechs Monate unterbrochen, erlischt die Gültigkeit unabhängig von der Fünfjahresfrist. Nach Ablauf ist eine Wiederholungsprüfung bei einer akkreditierten Prüfstelle erforderlich.
Die Bescheinigung dokumentiert unter anderem: den geprüften Lötprozess (z. B. Flammhartlöten 912 oder Induktionshartlöten 916), die Werkstoffgruppe des Grundwerkstoffs, die Klasse des Lötzusatzes nach ISO 17672 sowie die zulässigen Wanddicken und Rohrdurchmesser. Unternehmen, die zertifiziert arbeiten oder Aufträge in regulierten Branchen ausführen, sind auf diese Nachweise angewiesen – und Prüfer, Kunden sowie Behörden erwarten sie zunehmend standardmäßig.
Geben Sie die Parameter Ihres Prüfstücks ein – das Tool zeigt Ihnen sofort, welche Werkstoffe, Abmessungen und Positionen Ihr Prüfschein abdeckt. Oder: Beschreiben Sie die Lötaufgabe und erfahren Sie, welche Prüfung Sie benötigen.
Zum Geltungsbereich-Ermittler →Die Löterprüfung nach ISO 13585 ist klar strukturiert und in der Regel innerhalb von zwei Tagen abgeschlossen.
Vermittlung theoretischer Grundlagen, Verfahrenskenntnisse, Arbeitssicherheit mit anschließender Prüfung
Praktische Unterweisung und Lötübungen mit anschließendem Löten des Prüfstücks
Sichtprüfung, zerstörende Prüfung (Schälversuch / Schliff)
Ausstellung durch akkreditierte Prüfstelle, gültig 3 Jahre
Die Prüfung muss bei einer akkreditierten Prüfstelle abgelegt werden. In Deutschland sind u. a. folgende Organisationen zugelassen:
Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalten an zahlreichen Standorten in Deutschland.
Akkreditierte Prüfstellen für Personenzertifizierungen in der Fügetechnik.
Einige Handwerkskammern bieten Prüfungen speziell für das Sanitär- und Kältehandwerk an.
Die Wahl der richtigen Prüfstelle ist nur einer von vielen Schritten – und dabei helfen wir gerne: Haben Sie bereits einen Partner wie TÜV oder DVS, koordinieren wir den Termin dort für Sie. Haben Sie noch keinen, schlagen wir Ihnen eine geeignete Prüfstelle vor. Wir nehmen Ihnen die komplette Organisation ab – damit Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: das Löten.
Eine Lötschulung vor der Prüfung ist kein Pflichtprogramm, aber der entscheidende Schritt zwischen Theorie und sicherem Bestehen. Unsere Schulungen richten sich an Fachkräfte, die Hartlöten im Berufsalltag einsetzen – von Kältetechnikern und Installateuren bis zu Industrielötern in der Serienproduktion.
Die Inhalte umfassen: Grundlagen der Hartlötverbindungen, normkonforme Nahtgeometrie und Spaltvorbereitung, Flammführung und Temperaturkontrolle, Auswahl des richtigen Lötzusatzes und Flussmittels sowie die praktische Umsetzung unter prüfungsähnlichen Bedingungen. Besonderes Gewicht legen wir auf häufige Fehlerbilder – Bindefehler, Poren, Flussmitteleinschlüsse – und deren Vermeidung. Wer diese kennt, besteht die Prüfung nicht nur, sondern lötet dauerhaft besser.
Wir koordinieren auf Wunsch den gesamten Ablauf: von der Bedarfsanalyse über die Schulung bis zur Terminvereinbarung mit einer akkreditierten Prüfstelle wie DVS-SLV, TÜV oder DEKRA. Sie erhalten nach bestandener Prüfung Ihre Löterprüfbescheinigung nach DIN EN ISO 13585 – ausgestellt von der Prüfstelle, anerkannt in der gesamten EU.
Die passenden Hartlote und Flussmittel für Ihre Prüfungsvorbereitung finden Sie in unserem Shop.
Wir übernehmen die komplette Organisation – Sie konzentrieren sich aufs Löten.
Sie haben Fragen zur Löterprüfung nach ISO 13585 – zu Geltungsbereichen, geeigneten Prüfstellen oder passenden Hartloten? Ich berate Sie persönlich.
Anwendungsdienstleistungen für Löttechnik durch eigene Anwendungstechniker und Produktmanager